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Die Vaterwunde: Warum du zur People Pleaserin wurdest – und wie du dich davon befreist


Die Vaterwunde: Warum du zur People Pleaserin wurdest – und wie du dich davon befreist

Es gibt einen stillen Schmerz, den viele Frauen in sich tragen, ohne ihn wirklich benennen zu können. Er zeigt sich nicht laut und dramatisch, sondern leise – in Anpassung, in Rücksichtnahme, im ständigen Versuch, niemanden zu enttäuschen. Viele Frauen geben viel, halten viel aus und erklären sich das mit Empathie oder Harmoniebedürfnis. Doch innerlich fühlen sie sich oft unsicher, nicht ganz richtig oder emotional erschöpft.


Dieses Muster wirkt sich auf alle Lebensbereiche aus: auf Liebesbeziehungen, Freundschaften, Arbeit, den eigenen Körper und die Fähigkeit, Grenzen zu setzen. Was von außen wie „nett sein“ aussieht, ist innerlich häufig ein Zustand permanenter Anspannung. Denn People Pleasing ist kein Charakterzug. Es ist ein Schutzmechanismus.


Sehr oft liegt diesem Muster eine emotionale Vaterwunde zugrunde – also die Erfahrung, dass der Vater körperlich zwar anwesend war, emotional jedoch nicht wirklich erreichbar.


People Pleasing entsteht nicht im Erwachsenenalter – sondern in deiner Kindheit

Kinder orientieren sich emotional an ihren Bezugspersonen, um Sicherheit zu empfinden. Wenn diese Sicherheit stabil ist, entsteht ein Gefühl von Vertrauen: Ich bin willkommen, so wie ich bin. Wenn sie jedoch schwankt, beginnt das Kind, Beziehung aktiv zu sichern.


Viele Frauen sagen später: „Ich weiß gar nicht, warum ich mich immer anpasse – ich will das eigentlich gar nicht.“ Genau das zeigt, dass People Pleasing kein bewusster Entschluss ist, sondern ein automatisiertes Nervensystemmuster. Der Körper hat gelernt: Anpassung verhindert Ablehnung.


Wenn ein Vater emotional abwesend war – also wenig präsent, kaum interessiert, wenig spiegelnd oder nur über Leistung anerkennend –, entsteht für das Kind ein innerer Zusammenhang: Nähe ist nicht selbstverständlich. Sie muss verdient werden.

Vielleicht hast du gespürt, dass er freundlicher war, wenn du brav warst. Vielleicht war er stolz, wenn du funktioniert hast, und zog sich zurück, wenn du traurig oder wütend warst. Dein Nervensystem hat daraus eine einfache Regel gemacht: Wenn ich mich anpasse, bleibe ich verbunden.


Diese Erfahrung ist nicht im Kopf gespeichert, sondern im Körper. Deshalb wird sie später in Beziehungen, im Job oder bei Autoritätspersonen sofort aktiviert – auch wenn die aktuelle Situation objektiv harmlos ist. Dein Körper reagiert auf die Vergangenheit, nicht auf die Gegenwart.


Warum die Vaterwunde besonders mit Selbstwert zusammenhängt

Psychologisch steht die Mutter eher für emotionale Grundsicherheit: Darf ich fühlen? Darf ich sein? Der Vater hingegen steht für etwas anderes: für Wert, Orientierung und Sichtbarkeit in der Welt. Er spiegelt dem Kind, wer es ist, wenn es sich zeigt. Er vermittelt: Du darfst Raum einnehmen. Du wirst gesehen.


Fehlt diese Spiegelung, entsteht im Kind ein stiller Zweifel: So wie ich bin, reiche ich nicht ganz. Ich muss etwas leisten, damit ich wahrgenommen werde. Deshalb ist People Pleasing bei einer Vaterwunde oft weniger bindungsgetrieben und stärker selbstwertgetrieben. Die innere Frage lautet nicht nur: Werde ich verlassen? Sondern vor allem: Bin ich richtig? Bin ich genug? Darf ich Ansprüche haben?

Diese Unsicherheit zieht sich häufig bis ins Erwachsenenleben. Besonders deutlich zeigt sie sich in Liebesbeziehungen.


Wie sich die Vaterwunde in deinen Beziehungen fortsetzt

Viele Frauen mit dieser Prägung fühlen sich zu emotional distanzierten Partnern hingezogen. Sie halten lange in unklaren Beziehungen aus, erklären ihre Bedürfnisse immer wieder neu und hoffen auf Veränderung, statt Klarheit einzufordern. Sie haben Verständnis für Rückzug, für Unverbindlichkeit und für emotionale Kälte – oft mehr Verständnis für den anderen als für sich selbst.

Innerlich lebt häufig der Gedanke: Wenn ich geduldiger bin, wenn ich mich mehr anstrenge, dann werde ich gesehen. Liebe wird unbewusst zu etwas, das man sich verdienen muss.


Das ist kein Zufall und keine Schwäche. Es ist die Fortsetzung eines alten Beziehungsmusters, das einmal Sinn gemacht hat – und heute nicht mehr.


People Pleasing ist kein Fehler sondern eine Überlebensstrategie

Die meisten Väter konnten emotional nicht anders. Viele waren selbst überfordert, innerlich leer oder nie gelernt, Gefühle zu zeigen. Es geht hier nicht um Schuld. Es geht um Verstehen. Denn erst wenn du erkennst, warum du so geworden bist, kannst du beginnen, dich anders zu verhalten.

Heilung bedeutet nicht, deinen Vater zu verändern oder endlos zu analysieren. Sie bedeutet, dein Nervensystem aus dem alten Alarmmodus zu holen und dir selbst das zu geben, was damals gefehlt hat.


Schritt 1: Anerkennen, was dir gefehlt hat

Viele Frauen relativieren ihren Schmerz. Sie sagen sich, andere hätten es schlimmer gehabt oder ihr Vater habe doch sein Bestes gegeben. Doch dein Nervensystem vergleicht nicht. Es reagiert auf das, was da war – oder eben nicht da war.

Heilung beginnt dort, wo du dir erlaubst, traurig zu sein über das, was gefehlt hat. Wo du aufhörst, es kleinzureden. Trauer und auch Wut sind keine Schwächen, sondern gesunde Reaktionen auf einen realen Mangel. Dein inneres Kind braucht nicht Rechtfertigung, sondern Anerkennung.


Schritt 2: Erkenne, wo du heute noch suchst, was du damals gebraucht hättest

Du suchst deinen Vater heute nicht als Mann. Du suchst das Gefühl von Anerkennung, Sicherheit und Halt im Außen. Du suchst es im Job über Leistung, in Beziehungen über Anpassung, in Komplimenten über Bestätigung oder in Selbstoptimierung über Kontrolle.

Doch all das erschöpft dich, weil deine Energie ständig nach außen fließt und nicht zu dir zurückkommt. Der Wendepunkt entsteht dort, wo du beginnst zu fragen: Wie kann ich mir selbst das geben, was ich mir gerade vom Außen wünsche?

Vielleicht geht es nicht darum, gesehen zu werden – sondern dich selbst zu sehen. Vielleicht geht es nicht darum, gehalten zu werden – sondern dich selbst zu halten. Vielleicht geht es nicht darum, anerkannt zu werden – sondern dich selbst zu würdigen.


Schritt 3: Dir selbst Vater sein

Dir selbst Vater zu sein bedeutet nicht, deinen echten Vater zu ersetzen. Es bedeutet, dir innerlich die Qualität zu geben, die gefehlt hat: Schutz, Rückendeckung, Halt und Führung. Du wirst innerlich zu der Figur, die sagt: Stopp. Das geht so nicht.

Wenn du merkst, dass du dich wieder anpasst, kannst du dir innerlich vorstellen, wie du neben dein inneres Kind trittst und es schützt. Jedes Mal, wenn du dein People-Pleasing unterbrichst, schreibst du eine neue Erfahrung in dein Nervensystem: Ich bin sicher, auch wenn ich mich nicht anpasse.


Selbstwert als innere Haltung

Du bist nicht zu sensibel. Du bist nicht kompliziert. Du hast als Kind gelernt, dich selbst zu verlassen, um verbunden zu bleiben. Heute darfst du lernen, verbunden zu bleiben, ohne dich zu verlieren.


Jedes Mal, wenn du innehältst, statt automatisch zu reagieren, wenn du dich schützt, statt dich anzupassen, wenn du dein inneres Kind erkennst, statt dich zu verurteilen, veränderst du die Geschichte. Nicht durch Kampf – sondern durch Bewusstsein.

Und genau hier beginnt echter Selbstwert: nicht als Gedanke, sondern als gelebte innere Haltung.




Deine Mentorin: Kimberley Pommer


Life Trust Coach (EASC Richtlinien), Systemischer Coach (DGSF),

Wirtschaftspychologin (M.Sc)


Ich bin Coach & Mentorin für Frauen, die ihren Selbstwert stärken möchten, klare Grenzen setzen und ihre Lebenskraft zurück erobern wollen.


Seit über 6 Jahren unterstütze ich feinfühlige Frauen dabei, People-Pleasing, Anpassung und Selbstverlassenheit hinter sich zu lassen und ein Leben zu gestalten, das sich radikal nach ihnen selbst anfühlt.


Ich habe hunderte Menschen, Führungskräfte und Teams – von Start-ups bis zu internationalen Unternehmen wie AboutYou, Siemens, Amazon und Ikea – in ihrer persönlichen Entwicklung, Resilienz und mentalen Gesundheit begleitet. Diese Erfahrung hat mir tiefe Einblicke in menschliche Muster, Dynamiken und Wege der Veränderung geschenkt.

 


Alle Infos zu meinem Coaching Programm THE LIBERATED WOMAN findest du hier:






Schaue gerne bei Instagram , YouTube oder meinem Podcast THE LIBERATED WOMAN vorbei.


 
 
 

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