top of page

Herbst: Loslassen in der Beziehung

Ein Baum kämpft nicht um seine Blätter. Er lässt fallen, was ihn durch den Winter nicht trägt, und im Frühling steht er voller da als vorher.

Beim Loslassen in der Beziehung geht es um genau diese Bewegung. Und um etwas, das die meisten Frauen missverstehen:

Es geht nicht darum, den Menschen loszulassen. Es geht darum, dein Bild von ihm loszulassen.

Der Moment, in dem du es merkst

Er kommt zu dir und erzählt von seinem Tag. Und während er redet, läuft in deinem Kopf schon die Korrektur mit:

  • Er hätte das anders angehen sollen.

  • Er merkt schon wieder nicht, worum es eigentlich geht.

  • Er fragt nicht, wie mein Tag war.


Du sagst nichts. Aber du bewertest die ganze Zeit.

Dieses Bild ist unbestechlich. Es sagt dir, wie er reagieren sollte, wie viel er fragen sollte, wie er dich lieben sollte. Und jedes Mal, wenn er davon abweicht, fühlt sich das an wie ein kleiner Beweis, dass er nicht genug ist.


💡 Bevor du weiterliest: Erfahre im kostenfreien Video-Training die 4 bewährten Schritte, um People Pleasing zu lösen und eine Frau zu werden, die ihren Selbstwert in ihren Beziehungen verkörpert. Hier anmelden


Das Bild stammt selten von ihm

Meistens ist es eine Reparatur.

Wenn du als Kind einen Vater hattest, der nie gefragt hat, wie es dir geht, dann steht in deinem Bild ganz oben: Er muss fragen. Und wenn er es nicht tut, trifft das nicht die Frau von heute.

Es trifft das Mädchen von damals.

Was du als Kind über Nähe gelernt hast, ist die Vorlage, nach der du heute jede Beziehung führst. Ohne dass du das je entschieden hättest.

Deshalb bringt es auch nichts, ihm dein Bild zu erklären. Er kann es nicht ausfüllen. Es war nie für ihn gemacht.


Die Fünf-Minuten-Liste

  1. Schreib in fünf Minuten auf, wie er sein müsste, damit du dich sicher fühlst. Ganz ehrlich, ohne dich zu zensieren.

  2. Geh die Liste durch und frag bei jedem Punkt: Wen meine ich hier eigentlich?

  3. Markier die Punkte, bei denen du merkst, dass du gar nicht ihn beschreibst. Vielleicht deinen Vater. Deine Mutter. Deine erste Liebe.


Genau diese Erwartungen holst du zu dir zurück. Und klärst erst mal, welche wirklich von dir kommen und welche vom kleinen Mädchen.


Lern den Menschen neben dir noch einmal neu kennen

Du kennst den Baum vor deinem Fenster. Und trotzdem sieht er im Oktober anders aus als im Mai. Bei Bäumen finden wir das normal. Beim Menschen neben uns halten wir Veränderung für einen Bruch.


Du hältst ihn in der Version fest, in der du ihn kennengelernt hast. Oder schlimmer: in der Version aus dem schlimmsten Jahr eurer Beziehung.


Was passiert, bevor jemand spricht


Eure Nervensysteme reden miteinander, bevor ihr redet.

  • Du gehst in ein Gespräch, dein Körper ist schon vorher angespannt.

  • Er spürt das. Er weiß nicht warum, er weiß nur: irgendetwas läuft gegen ihn.

  • Er macht zu.

  • Und du denkst: Siehst du. Immer dasselbe.


Was dabei verloren geht, ist Neugier. Das ist das Erste, was in langen Beziehungen stirbt, lange vor der Nähe.


Die Übung


Geh in eure nächste Unterhaltung mit einer einzigen Frage im Kopf:

Was, wenn ich ihn heute zum ersten Mal treffe?

Und dann stell ihm eine Frage, die du ihm seit Jahren nicht gestellt hast:

  • Was beschäftigt dich gerade wirklich?

  • Wovor hast du Angst?

  • Was wünschst du dir für die nächsten Jahre?

Du musst nichts vergeben. Du hältst nur für eine Stunde deine Erwartungen offen.


Loslassen in der Beziehung: vom Greifen zum Empfangen

Hinter dem Festhalten steckt fast immer dieselbe Überzeugung: Wenn ich loslasse, geht es weg. Wenn ich nicht kontrolliere, passiert das Falsche. Wenn ich nicht dranbleibe, vergisst er mich.


Und jetzt schau noch einmal nach draußen. Der Baum lässt jedes Jahr alles fallen. Er hält nicht ein einziges Blatt zurück, für den Fall, dass der Frühling nicht kommt.

Eine Frau, die ständig hält, kann nicht gleichzeitig empfangen. Deine Hände sind voll.

Und noch etwas: Was du festhältst, kann nicht wachsen. Solange du ihm ununterbrochen sagst, wie er sein sollte, kann er dir nicht zeigen, wer er von selbst wird.


Die Körperfrage

Stell dir einmal am Tag die Frage: Halte ich hier gerade fest, oder halte ich Raum?

  • Festhalten sitzt in den Schultern und im Kiefer.

  • Raum halten sitzt im Bauch, und du atmest dabei tiefer.


Was du dadurch gewinnst

  • Energie. Das Korrigieren läuft im Hintergrund mit wie eine App, die du nie geschlossen hast. Ist die aus, hast du abends plötzlich noch etwas übrig.

  • Echte Nähe. Solange du an deinem Bild festhältst, redet er immer gegen eine Erwartung an. Ist das Bild weg, redet er zum ersten Mal mit dir.

  • Überraschung. Frauen erzählen mir oft, ihr Partner mache plötzlich Dinge, die er angeblich nie gemacht hat. Sie kamen nur in der Bewertung nicht vor.

  • Anziehung. Menschen kommen näher an jemanden heran, der nicht ständig an ihnen zieht.

  • Klarheit. Ist dein Bild weg, siehst du zum ersten Mal, was da wirklich ist.


Loslassen heißt nicht, alles hinzunehmen

Deine Grenzen bleiben. Deine Bedürfnisse bleiben. Was geht, ist die Vorstellung, wie genau er sie erfüllen muss. Du sagst weiter, was du brauchst. Du hörst nur auf vorzuschreiben, wie es auszusehen hat.


Der Herbst sieht aus wie Verlust und ist in Wahrheit eine Umverteilung. Was der Baum nicht mehr in die Blätter steckt, steckt er in die Wurzeln. Von außen sieht es aus, als würde er weniger. Er wird nur tiefer.


Genau das passiert bei dir auch. Die Energie, die du jahrelang ins Beobachten gesteckt hast, ins Korrigieren, ins Vorwegnehmen: die ist nicht weg. Die kommt zurück zu dir.



🎧 Die ganze Folge hören?

Ps: Du findest alle Folgen ebenfalls in meinem Podcast THE LIBERATED WOMAN auf Spotify.



.

🎁 Das kostenfreie Video-Training


Erfahre im 35-minütigen Video-Training die 4 bewährten Schritte, um People Pleasing zu lösen und eine Frau zu werden, die ihren Selbstwert in ihren Beziehungen verkörpert. Was dich im Video Training erwartet:


🔍 Anzeichen & Folgen von People Pleasing

damit du dein Muster klar erkennst und einordnen kannst.


🧩 Geheime Ursache: Vater- & Mutterwunde aus der Kindheit in Beziehungen.


🚨 Warum Affirmationen, Selbstoptimierung & Selfcare ohne diese Sache scheitern.


🗝️ Psychologisch fundierte Strategie mit der du innere Sicherheit, starken Selbstwert & Grenzen entwickelst.


🌹 Echte Ergebnisse von Frauen, die diesen Weg erfolgreich gegangen sind.





Weiterlesen





Über die Autorin


Kimberley Pommer ist Wirtschaftspsychologin mit tiefenpsychologischem Schwerpunkt (M.Sc.), systemischer Coach (DGSF) & Life Trust Coach (nach EASC Richtlinien). Seit 7 Jahren begleitet sie Frauen dabei, People Pleasing zu lösen und einen starken Selbstwert aufzubauen.


Vor ihrer Selbständigkeit Selbstständigkeit arbeitete sie in der Beratung und coachte dort Mitarbeitende, Führungskräfte und internationale Teams – für Start-ups und Konzerne wie About You, Siemens, Amazon, HelloFresh und Ikea im Bereich mentale Gesundheit, Resilienz und Persönlichkeitsentwicklung.


Zusätzlich zum akademischen Fundament und der einschlagenden Berufserfahrung ist sie seit über 10 Jahren auf ihrer eigenen Reise - durch Selbsterfahrungsräume, Therapien, Kurse und Coaching. Alles was sie weitergibt, hat sie selbst durchlebt und vereint tiefenpsychologisches Wissen, integrale Psychologie & traumasensible Körperarbeit in ihren Coachingprogrammen.

Alle Infos zum Coaching Programm findest du hier:






Melde dich gerne bei Fragen und Erkenntnissen per Mail (info@kimberleypommer.com) oder schreibe mir eine DM bei Instagram. Wenn du dich für ein Coaching interessierst, buche dir gerne einen kostenfreien Clarity Call hier. Ich freue mich sehr von dir zu hören! Kimberley


 
 
 

Kommentare


bottom of page